doppelbelichtung

Landschaftsporträts dank der Doppelbelichtung

Die Porträt- und Landschaftsfotografie sind zwei völlig unterschiedliche Genres. Sind Sie jedoch schon mal darauf gekommen, diese beiden Genres miteinander zu verbinden? In diesem Artikel werde ich mich der Mehrfachbelichtung (multiple exposure) widmen. Gleichzeitig möchte ich einen Versuch starten, ein Bild zu erstellen, welches sich aus einem Porträt sowie Landschaftsbild zusammensetzt. Man kann dies als eine einfache Fotomontage betrachten. Ferner möchte ich zeigen, dass so etwas spielend leicht ist dank Zoner Photo Studio.

Der wichtigste Schritt ist zunächst überhaupt ein paar Fotos zu machen. Danach folgt die Auswahl der Fotografien, weil man nicht jedes Bild beliebig mit einem anderen Bild kombinieren kann.

Zur Erstellung eines Landschaftsporträts benötige ich ein fotografiertes Model (idealerweise mit einem weißen Hintergrund). Darüber hinaus benötige ich eine Aufnahme mit Bäumen und einem hellen Himmel.

Vorbereitung des Porträts

In diesem Bearbeitungsschritt geht es hauptsächlich um die Konturen. Ich brauche somit ein Bild mit markanten Umrissen. Dies erreiche ich am besten, wenn der Hintergrund weiß ist. Sollten Sie also in einem Atelier mit einem beleuchteten weißen Hintergrund fotografieren, dann erleichtern Sie sich die ersten Schritte. Falls Sie jedoch wie ich nicht die Möglichkeit hierzu haben, dann können Sie die nachfolgenden Bearbeitungsschritte ausprobieren.

Unter „schwierigen Verhältnissen“ habe ich dieses Bild in einem Zimmer mit einer weißen Wand sowie Tageslicht gemacht. Von einem richtig weißen Hintergrund kann man jedoch bei dieser Wand nicht sprechen – daher sind zunächst ein paar Bearbeitungen nötig.

Unbearbeitetes Originalbild.
Nikon D7000, Nikon 35mm f/1.8

Ich habe beim Bild anschließend die Belichtung sowie den Kontrast erhöht und in S/W überführt. Der Hintergrund war jedoch weiterhin grau – dieses Problem habe ich mit dem Auswahlwerkzeug magnetischen Lasso sowie Auswahl verfeinern gelöst. Nachdem ich die Auswahl durchgeführt habe, musste ich nur noch die Belichtung des Hintergrundes so erhöhen, bis dieser rein weiß war.

Um die Komposition zu verbessern, habe ich noch einen weißen Rahmen hinzugefügt. Hierdurch kann ich auch überprüfen, ob der Hintergrund auch wirklich weiß ist.

Hinzufügen eines Rahmens am linken Rand.

Zweites Bild hinzufügen

Im nächsten Schritt fügen wir als Hintergrund das zweite Bild (Landschaftsbild) hinzu. Die Bäume sollen hierbei die Haarenden ersetzen.

Ich öffne das Bild im Editor und kopiere es mit (Strg+A und Strg+C). Anschließend wechsle ich zum ursprünglichen Bild und füge das zweite Bild ein (Strg+V). Das Bild wird so automatisch als neue Ebene hinzugefügt.

Ich habe beim zweiten Bild keine großen Änderungen vorgenommen – lediglich die Lichter und der Schwarzpunkt wurden erhöht, damit die Konturen besser zu sehen sind. Ferner habe ich das Bild um 90° nach links gedreht.

Hinzufügen des zweiten Bildes.

Der nächste Schritt ist essenziell und in ihm liegt das Hauptprinzip der ganzen Fotomontage. Wir ändern den Modus des zweiten Bildes auf Negativ multiplizieren – hierdurch bleiben lediglich die Baumkonturen sichtbar und der Himmel bleibt weiß.

Transformierung mithilfe des Modus Negativ multiplizieren.

Jetzt füge ich der Ebene noch eine Maske hinzu und wähle Alles anzeigen. Mit einem Klick auf das das Masken-Icon in der Ebenenleiste aktiviere ich die Maske. Jetzt wähle ich den Farbpinsel (B) sowie die Farbe Schwarz. Mit ein paar Klicks entferne ich einen Teil der Ebene, die ich nicht auf der Aufnahme haben möchte. Ich möchte nämlich nicht, dass die Personen auf der Frau sichtbar sind.

Die Textur der anderen Bereiche werde ich extra einfügen. Mir genügen somit nur die Umrisse der Bäume.

Mithilfe der Maske und dem Farbpinsel entferne ich unerwünschte Bildbereiche.

Textur hinzufügen

Sicherlich wäre es toll, wenn das Fräulein nackt wäre. Das Shirt sowie die kurzen Hosen sind nämlich ziemlich markant und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Ich möchte daher diese „weniger natürlichen Bereiche“ wenigstens ein bisschen natürlicher zu machen, indem ich die Textur einer Landschaft hinzufüge.

Der nächste Schritt ist somit gleich mit dem Hinzufügen des ersten Bildes.

Hinzufügen eines weiteren Bildes (Burg Bítov).

Ich transformiere ebenfalls das Bild nach meinen persönlichen Wünschen – ich benötige nämlich viel mehr das Wasser, die Felsen und die Bäume als die eigentliche Burg. Wichtig ist hierbei, dass ich für die Ebene den Modus Überlappen auswähle. Hierdurch wird die Textur nur auf Flächen die nicht Weiß sind sichtbar und somit wird der Übergang von der Kleidung zum Körper weicher.

Transformierung mithilfe des Modus Überlappen.

Der Arm kommt mir ziemlich dunkel vor und daher erstelle ich eine neue sowie leere Ebene. Im nächsten Schritt verwende ich den Farbpinsel mit weißer Farbe und einem hohen Wert bei Weichzeichnen. Jetzt muss ich nur noch ein paar Klicks entlang des Arms durchführen und schon wirkt die Hand nicht mehr so dunkel. Ferner wird hierdurch der Übergang zur Umgebung weicher.

Transformierung mithilfe des Modus Überlappen.

Details maskieren.

Ich konnte das Bild auch farbig gestalten, aber am Ende kam ich zum Entschluss, dass mir das Bild in S/W besser gefällt. Die Linien sind sichtbarer und das Bild wirkt insgesamt angenehmer.

Endergebnis.

Wofür braucht man eigentlich eine Mehrfachbelichtung?

Es handelt sich hierbei um eine ziemlich spezifische Bearbeitungsmethode – Dinge werden miteinander verbunden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Aber gerade das ist interessant und wirkt ziemlich kreativ.

Die Verbindung der Person mit der Natur war hier nicht absichtlich gewählt worden. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Sie in der Lage sind, einen Doppelbelichtungs-Effekt zu erstellen, die ganze Geschichten erzählen.

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